Musik=Integration

Pax Jubilo


  • Kooperationspartner: Jugendreferat der Stadt Neckarsulm, Werkrealschule Amorbach
  • Finanzierung: Katholische Kirchengemeinde Pax Christi, Stadt Neckarsulm, Stiftung Starke Familien Neckarsulm

Angela Weinreich beobachtete, dass in ihrem Stadtteil viele Familien mit Migrationshintergrund leben, deren Kinder »wenig in Gruppen und Vereine eingebunden sind«. Das brachte die Religionslehrerin an der Werkrealschule Amorbach zunächst auf die Idee, einen Chor zu gründen. Mit Unterstützung der katholischen Kirchengemeinde Pax Christi, welche eine Honorar und einen Etat sowie Räume für den Chor bereitstellt, ist ihr das gelungen. Sie musste allerdings feststellen, dass ältere Kinder und Jugendliche wenig Interesse an dem Chor zeigten. Deshalb setzte sie weitere Energie darein, diese über einen Gitarrenkurs – im Anschluss an die Chorprobe – zu gewinnen. Sieben Jugendliche unterrichtet sie jetzt einmal in der Woche ganzjährig außer in den Schulferien.

Ermutigt wurde Weinreich durch Ingrid Abrell von der Caritas Stiftung Starke Familien, die sofort Unterstützung zusagte, kannte sie doch die von Weinreich in den Blick genommenen Kinder und Jugendlichen bereits von der Caritas-Jugendhilfeeinrichtung JuLe. Zunächst erhielt Weinreich zwei gebrauchte Gitarren. Auch die gemeinwesenorientierte Jugendarbeit der Stadt sagte räumliche Unterstützung zu und stellte finanzielle Hilfe in Höhe von 250 Euro in Aussicht, die Pax Jubilo dringend benötigt, um die notwendigen Gitarren anschaffen zu können, die sich die Eltern der Gitarrenschüler/innen nicht leisten können oder wollen. 

Verbündete hat das Gitarren- und Chorprojekt auch, wenn es um die Möglichkeit zu Auftritten geht: in der Werkrealschule Amorbach wie in der Kirchengemeinde gäbe es die Möglichkeit, Gottesdienste mitzugestalten, und auch im städtischen Bereich besteht Interesse, die Kinder und Jugendlichen musikalisch einzubinden. So bietet das Projekt den Kindern und Jugendlichen die Chance »am eigenen Musizieren zu wachsen und vor allem Freude und Lebensqualität, die damit verbunden ist, zu erfahren.« Weinreich weiß allerdings: »Dies alles muss langsam und mit viel Geduld und vor allem Liebe und Nachsicht angegangen werden.« Denn für ihre Schüler/innen ist eine solche Freizeitgestaltung oft Neuland: »Bei der freiwilligen Teilnahme an diesem Angebot lernen die Jugendlichen, dass sie zu ›antworten‹ haben in eigener ›Verantwortung‹, dass das Leben nicht nur aus Nehmen besteht, sondern auch aus Geben und Mittragen«, erklärt die Lehrerin – was ihre Eltern, um deren Einbindung sich Weinreich oft vergeblich bemüht, ihnen kaum vorleben. Pax Jubilo geht neue Wege gegen Benachteiligung und für mehr Integration – ganz im Sinne des INkonzept.

Kontakt:
Angela Weinreich,  Mail