Nach Psychiatrie

Kontaktgruppe Rottenburg am Neckar


Bild: Stephanie Hofschläger, www.pixelio.de
  • Kooperationspartner: Evangelische Kirchengemeinde Rottenburg, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, niedergelassene Ärzte
  • Finanzierung: Evangelische und katholische Kirchengemeinden, Diözesancaritasverband, Unternehmen Omnibus Groß, Stadt Rottenburg

Wenn jemand aus der psychiatrischen Klinik entlassen wird, tritt er aus einer strukturierten, eng begleiteten Zeit in einen offenen Alltag. Die Kontaktgruppe Rottenburg lädt in dieser Situation ein, durch die wöchentlichen Treffen in der Gruppe Stabilität und Rückhalt zu erhalten. Die Leiterin Maria Wespel, Krankenschwester mit sozialpsychiatrischer Zusatzausbildung und 2011 für ihren Einsatz für die Kontaktgruppe mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt, ist überzeugt, dass eine solche regelmäßige Begleitung manchen neuen Aufenthalt in einer Klinik vermeiden hilft. »Die Gruppe ist ein Ort, wo die Menschen ohne Druck und ohne Vorleistung ihre Zeit und ihre Beziehungen gestalten, strukturieren und langsam wieder ausweiten können auf Menschen in der Gruppe und dann darüber hinaus«, erklärt Maria Wespel. Für manche Mitglieder sei sie anfangs der einzige soziale Kontakt.

Die Gruppe gibt sich ein Jahresprogramm mit offenen Gesprächsabenden und mit thematischen Abenden, an denen Referent/innen zu ihrem Fachgebiet, zu Lebenshilfethemen oder Spiritualität Impulse geben und zum Gespräch bereit stehen. Auch ein Wochenende in einem Tagungshaus, begleitet durch eine Therapeutin, ein von einem Busunternehmen gesponserter Ausflug, Wanderungen oder Grillabende gehören dazu. Private Einladungen, Telefonate, gegebenenfalls Besuche in der Klinik oder auch zu Hause runden das Angebot ab. Aufgaben wie für die Gruppe fotografieren, Statistik führen, Feste organisieren übernehmen die Mitglieder. »In der Gruppe geht es nicht primär und dauernd um die psychische Erkrankung, auch wenn wir über diese Symptome und Auswirkungen sprechen. Zum Ausdruck kommen sollen jedoch die verschiedenen Fähigkeiten und Stärken der Mitglieder«, erklärt die Leiterin. Klar ist in der Gruppe: Sie leistet keine psychotherapeutische Begleitung.

er 33 Jahre alten Initiative gehören 25 bis 28 Personen an, manche seit vielen Jahren, andere erst seit kurzem. Die Altersspanne reicht derzeit von 25 bis 75 Jahre. Manche Mitglieder bauen sich nach einiger Zeit wieder ein eigenes soziales Umfeld auf und verlassen irgendwann die Gruppe. Manchmal kehren ehemalige Mitglieder zurück.

Die Gruppe ist hervorragend vernetzt: Regelmäßige supervidierende Gespräche gibt es mit einer Mitarbeiterin des Rottenburger Wohnsprojekts, mit einem Psychiater und Psychotherapeuten und, im Auftrag der Uniklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Tübingen, gemeinsam mit einer ähnlichen Tübinger Initiative mit einer Oberärztin. Die evangelische Kirchengemeinde stellt einen Raum unentgeltlich zur Verfügung und ist Kooperationspartnerin in vielerlei Fragen. Kontakte bestehen zum Sozialforum Tübingen e.V. und zum Dezernat Soziales und Gesundheit des Landratsamts.

Kontakt:
Maria Wespel,  Mail