Schuldenberatung

Fonds NEUE CHANCE


  • Kooperationspartner: Evangelischer Diakonieverband im Landkreis Calw, Stadt Wildberg, Fundraising der evangelischen Landeskirche Württemberg
  • Finanzierung: Evangelischer Diakonieverband im Landkreis Calw, Spenden

Im Landkreis Calw ist jeder achte Haushalt überschuldet. Jährlich suchen 500 neue Ratsuchende die Schuldnerberatung des Evangelischen Diakonieverbands Calw auf, die insgesamt ca. 2.100 Beratungskontakte im Jahr verzeichnet. Dabei beobachteten die Schuldnerberater, dass immer mehr Personen mit einer relativ geringen Gesamtverschuldung in finanzielle Not kommen. Diesen könnte meist mit einem Vergleich geholfen werden, welcher aber voraussetzt, dass den Gläubigern ein bestimmter Betrag ausbezahlt werden kann. Könnte dieses Geld etwa aus einem Fonds als unverzinstes Darlehen zur Verfügung gestellt werden, dachten sich die Schuldnerberater, würde das vielen Einzelpersonen und Familien eine neue Lebensbasis geben. Dieser Traum konnte dank einer großen Einzelspende im Jahr 2007 verwirklicht werden: der Fonds NEUE CHANCE wurde eingerichtet, dessen Trägerschaft und treuhänderische Verwaltung kostenfrei der Diakonieverband übernommen hat.

Wie funktioniert das Projekt NEUE CHANCE? Drei Bedingungen müssen die Nutznießer des Fonds erfüllen: Beratungsprozess in der Schuldnerberatung, aktive Mitarbeit, zuverlässige Schuldentilgung. Bisher haben 23 Personen ein zinsloses Darlehen erhalten; dabei lag die durchschnittliche Darlehenshöhe bei 1.422 Euro. Mit Hilfe der Schuldnerberatung haben alle 23 Personen einen Vergleich mit den Gläubigern erzielt, das heißt, sie wurden mit Bezahlung eines Teilbetrags der Schulden entschuldet. So bald wie möglich beginnen die Schuldner das zinslose Darlehen in Raten zwischen 20 und 150 Euro zurück zu zahlen. Fünf Darlehen sind inzwischen komplett beglichen; insgesamt ist schon ein Drittel der ausgegebenen Gelder an den Fonds zurückgeflossen.

Die beiden hauptberuflichen Schuldnerberater haben zehn Ehrenamtliche zur Mitarbeit gewonnen. Diese helfen einerseits bei der Beratungsarbeit, indem sie bei Beratungsgesprächen hospitieren und dann die Klient/innen beim Sortieren der Unterlagen, beim Führen eines Haushaltsbuchs und bei Behördengängen unterstützen. Andererseits werben die Ehrenamtlichen Spenden ein, indem sie Öffentlichkeitsarbeit betreiben, NEUE CHANCE in den Kommunen, Dekanaten, Kirchengemeinden, bei Unternehmen, Banken, Gerichten und Abgeordneten bekannt machen. Auch die Pressearbeit trägt zur Gewinnung von Spender/innen bei. Diese erhalten dann zwei- bis dreimal im Jahr Informationen über die Entwicklung des Fonds. Zum angestrebten Kapitalstock von 100.000 Euro fehlen derzeit noch 32.000 Euro.

Basis für die Mitarbeit der Ehrenamtlichen »ist die laufende Schulung der Ehrenamtlichen«, so Elfriede Sommerer, eine der katholischen Ehrenamtlichen und INkonzept-Antragstellerin. Da Fondsmittel und Spenden zu 100 Prozent für die Entschuldung der Klient/innen bestimmt sind, ist die Unterstützung durch INkonzept ein willkommener und notwendiger Beitrag in Sachen Qualifizierung der Ehrenamtlichen.

Kontakt:
 www.kreisdiakonie-calw.de/cms/angebote/neue-chance
www.kreisdiakonie-calw.de/cms/beratung/schuldnerberatung